4. Oldtimer-Schlepper-Treffen

Am Donnerstag, 10. Mai 2018
(Christi Himmelfahrt)
in Oberwurmbach

Informationen

Unsere Kirche St. Jodokus

Das Gotteshaus

Die Kirche ist ein gotischer Bau mit einem schiefergedeckten Turm. Im Norden ist die Sakristei gelegen, ein kleiner Raum mit einem Eingang von Osten und einem Fenster nach Westen. In der Sakristei, die ein schönes Gewölbe besitzt, finden sich die Namen der Pfarrer von Unterwurmbach seit 1815 und die Fotos der Pfarrer seit 1901. Das Kirchenschiff ist 13,40 Meter lang, 10,44 Meter breit und 6,44 Meter hoch. Der von dem Kirchenschiff getrennte Spitzchor ist zur Hälfte sechseckig. Die Kirche hat im Chor fünf Spitzbogenfenster, die jeweils in stilvoller Ornamentik verglast sind. An der Südseite des Schiffes befinden sich drei, an der Nordseite vier Fenster mit Spitzbogen. Von Westen dringt nur wenig Licht durch eine 1892 angebrachte Rosette. Die 1904 eingezogene Holzdecke verdeckt das einmal vorhandene Tonnengewölbe.

Die Treppe zur Empore ist seit 1873 in den Turm verlegt worden. Die Kirche besitzt ca. 460 Sitzplätze.

Altar

Der gotische Hochaltar und die Kanzel wurden im Jahr 1904 von dem Bildhauer Jean Stöttner aus Nürnberg angefertigt. Das Altarbild zeigt die Auferweckung Christi. Links vom Altarbild ist der Apostel Petrus und rechts der Apostel Johannes abgebildet. Recht neben dem Altar in einer Nische sitzt Christius als Lamm Gottes auf einem versiegelten Buch, das die Namen der in Christus Entschlafenen beinhalten soll. Sinnbildlich feiern demnach die Entschlafenen der Gemeinde die Gottesdienste bis zum Ende der Tage mit. Der Taufstein steht fast in der Mitte der Kirche als Zeichen, dass die Taufe im Mittelpunkt des christlichen Glaubenslebens ihren Platz hat.

Die Kirche beherbergt auch noch einen Holz-Taufstein mit der Inschrift "Verehrt Mich Johann Sophenias Friß Schul Meister zu Stetten nach Wirmbach 1735". Dieser Taufstein wurde 1904 durch den heutigen Stein ersetzt und steht seit seiner Renovierung 1980 wieder in der Kirche.

Kanzel

Die Kanzel zeigt die vier Evangeliensymbole und am Kanzeldeckel als Verkörperung des Heiligen Geistes eine Taube. Von der Kanzel ist jede Person in der Kirche sichtbar und damit direkt ansprechbar. Die Akustik in der Kirche ist gut, trotzdem wurde 1990 eine Lautsprecheranlage eingebaut.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1959, konnte das Kirchendach erneuert werden. Des weiteren wurde eine Ölheizung installiert. 1964 wurde die Kirche äußerlich renoviert.

Die politische Gemeinde versah den Turm mit einer neuen elektrischen Uhr, die jetzt vier Ziffernblätter aufweist. Die alten Fenster wurden durch neue ersetzt. Im Jahr 1967 ging man in die gründliche Erneuerung des Gotteshauses von innen. Altar und Kanzel wurden mit leuchtenden Farben versehen.

Ebenso wurden neue Kirchenbänke aus Eiche eingebaut. Sie sind das Werk eines Gemeindeglieds, des verstorbenen Schreinermeisters Lothar Mößner. Die denkmalpflegerischen Maßnahmen an Decke, Empore und Wänden wurden von Kirchenmalermeister Franz Schormüller aus Reimlingen besorgt. Er legte auch die Sakristeitür frei, die in ihren ursprünglichen Farben wiedererstanden ist und die Jahreszahl 1658 trägt. Auch Altbürgermeister Friedrich Wimmer leistete bei der Kirchenrenovierung seinen persönlichen Beitrag, indem er am Altar die gotischen Kreuzblumen und Krabben ergänzte. Während der Weihnachtszeit bewundert die Gemeindeglieder die von ihm wenige Jahre vor seinem Tod geschnitzte Krippe.

Orgel

Die erste Orgel der Kirche war im Jahr 1797 von Jakob Keim, Landorgelmacher aus Merkendorf, mit zehn Registern errichtet worden. Die zweite Orgel wurde 1873/74 bereits von der Firma Steinmeyer ebenfalls mit zehn Registern gebaut. Sie war eine mechanische Kegelladenorgel. Das im Jahr 1968 errichtete Werk ist eine mechanische Schleifladenorgel mit 14 Registern und verfügt über ein Rückpositiv. Die Orgelbaufirma G. F. Steinmeyer, Oettingen, hat diese neue Orgel zur vollen Zufriedenheit der Gemeinde errichtet. Das Rückpositiv, das zum Rücken des Organisten steht - daher der Name - wurde als Bauprinzip des Hochbarocks immer mehr erkannt und geschätzt. Zu seinem Wesen gehört der Kontrast der Linien innerhalb der Polyphonie sowie auch der Kontrast der Flächen in einem untersätzigen barocken Orgelwerk. Den Kontrast konnte man durch die räumlich getrennte Aufstellung von Hauptwerk und Rückpositiv sehr gut herausarbeiten.

Glocken

Nach dem Krieg waren nur noch zwei Glocken vorhanden. Die eine Glocke stammt aus dem Jahr 1778 und ist denkmalgeschützt. Diese wertvolle Glocke trägt schöne Verzierungen auf der Oberfläche mit reichlich aufgegossenen Typen, die die Namen der damals amtierenden Würdenträger der Gemeinde wiedergeben. 1953 wurde diese wertvolle Glocke von der Firma Hans Lachenmeyer, Nördlingen restauriert. Da die andere Glocke nicht zur Herstellung eines guten Geläutes taugte, wurde sie eingeschmolzen. Im Jahr 1953 wurden bei der Firma Bachert, Karlsruhe, zwei neue Glocken für die Kirche in Unterwurmbach gegossen. Die große Glocke trägt die Inschrift "Er ist mein Friede". Die kleine Glocke hat die Inschrift "Soli Deo Gloria". Mit der alten, denkmalgeschützten Glocke ergibt sich der Dreiklang: b - c - es.